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Dirk Trute
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Retiredafb Apollo 20 Raumschiff auf dem Mond?

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Screenshot retiredafb Alienraumschiff Mond

Durch eine alte gespeicherte Website bin ich wieder auf die "Apollo 20 außerirdisches Raumschiff auf dem Mond" Story gestoßen. Ich möchte auf dieser Seite das “Beweisfoto“ AS15-P-9625 mit Aufnahmen aus anderen Quellen und Bildern neueren Datums vergleichen.

Ein bisschen ist auch dieser Artikel eine Anleitung zum Selbermachen, auch wenn ich nicht alle Schritte im Detail beschreiben werde.

am .


Einleitung

Leider habe ich für das Thema "Verschwörungstheorien" keine passende Kategorie, so dass ich den Eintrag unter "Vermischtes" erstellen muss. Beim Durchstöbern meines "wolkenlosen" Datengrabs bin ich auf eine gespeicherte Website zur Apollo 20 Story aus dem Jahr 2007 gestoßen.

Wie ich feststellte, ist das Thema immer noch nicht tod. Es wird nach wie vor gesponnen und spekuliert.

Zwischenzeitlich hat sich in Sachen Monderkundung wieder eine Menge getan. Es gab mehrere Mondorbiter, auch altes Apollo-Filmmaterial aus den 70er-Jahren wurde neu digitalisiert. Leider wird dies von denjenigen, die irgendetwas beweisen möchten weitestgehend ignoriert. Man beruft sich gern auf möglichst alte und unscharfe Bilder, die viel Spielraum für Interpretationen lassen.

Deshalb möchte ich nun auch meinen Senf dazugeben. Der Senf soll aber nicht als Beweis oder Gegenbeweis verstanden werden. Ich wollte einfach aus Neugier "selbst" nachsehen. Außerdem dürfen Sie sehen und glauben, was Sie möchten. Auch wenn das, was man zusehen glaubt, nicht immer das ist, was man sieht. Dies trifft besonders für das Internet zu.


Rückblick

Als ich damals die Videos bei YouTube entdeckte, fand ich die Sache interessant und absurd gleichermaßen. Mit jedem Video wurde die Sache dann etwas absurder. Angeblich hat die NASA auf Bildern der Apollo 15 Mission ein außerirdisches Raumschiff mit gewaltigen Ausmaßen entdeckt.

Leider befindet es sich auf der erdabgewandten Seite des Mondes. Dies hat den großen Nachteil, dass man nicht nachschauen kann, selbst wenn man gute Beziehungen zum nächsten Großobservatorium hätte. Ich meine damit so ein: "Mit unserem neuen Teleskop könnte man eine Bananenschale auf dem Mond entdecken". Mit einer Länge von 5 km wäre das Objekt mit einigen Teleskopen tatsächlich zu beobachten.

Es soll der Legende nach im Jahr 1976 eine super geheime amerikanisch - sowjetische Mondmission unter Verwendung von Apollo-Technik stattgefunden haben. William Rutledge, einer der angeblichen Missionsteilnehmer, veröffentlichte als "retiredafb" Fragmente von Videoaufzeichnungen dieser vermeintlichen Mondmission auf YouTube und Revver.

Persönliche Spekulationen:

Die Videos erinnerten mich an den Film Moontrap von 1989, in dem Walter Koenig (bekannt aus Star Trek) in der Rolle des Astronauten Jason Grant, die Erde vor biomechanischen Mondmonstern und eine außerirdische Schönheit aus einer Anabiose-Kammer rettet. Die Story hat einige Parallelen. Glücklicherweise hat Herr Rutledge die Monster eingespart. Mehr zum Film kann man im Wikipedia-Artikel oder in der Internet Movie-Database nachlesen. Ich vermute, dass hier auf Grund der Ähnlichkeiten ein Zusammenhang bestehen kann.

Falls diese Vermutung unzutreffend sein sollte und das Raumschiff tatsächlich existiert, dann kann es sich nur um das vom Planeten Golgafrincham handeln. Dieses brachte einst die Vorfahren der heutigen Menschheit (Steuer-, Unternehmensberater et cetera) auf die Erde. Zumindest ist es dafür groß genug. Mit einem Volumen von ca. 3,2 km³ ist das angebliche Schiff, wenn ich richtig gemessen habe, aber immer noch viel kleiner als ein durchschnittlicher Borg-Kubus. Also überhaupt nichts außergewöhnliches.

Wenn dies auch nicht zutrifft, haben vielleicht Außerirdische ihren Müll auf dem Mond entsorgt, so wie man das auf diesem Planeten hier z. B. mit Atom-U-Booten macht. Wieso sollte man in einem unendlichen Universum mit unendlichen Ressourcen so etwas unwirtschaftliches wie Recycling betreiben. Die Mondrückseite wurde gewählt, damit örtliche Primaten länger brauchen, bis sie das Vergehen beim galaktischen Ordnungsamt zur Anzeige bringen.

Zu den Videos möchte ich mich nicht groß auslassen. Die hiesige Astronomie-AG hat in den 70er-Jahren ähnlich tolle Gipsmodelle der Mondoberfläche hergestellt. Vielleicht sollte man sich einmal fragen, wie Herr Rutlege den Transport der Dame mit dem schrecklich großen Pickel auf der Stirn, vom Raumschiff zum Mondlander, im Vakuum bei einer Oberflächentemperatur von ca. +100 °C bewerkstelligt hat? Eine Antwort auf diese Frage wäre interessant. Leider werden von Herr Rutlege keine Fragen mehr beantwortet. Die Videos sind absurd und trotzdem gleichermaßen bemerkenswert, allein wegen des Einfallsreichtums, des betriebenen Aufwands und der vielen Arbeit, die darin steckt, auch wenn ich die Beweggründe nicht verstehe.

Einige Dinge in den Videos, die nicht aus Modelliermasse zu sein scheinen, sind und bleiben trotzdem für mich Rätselhaft. Woher stammt z.B. die Inneneinrichtung des Mondlanders bzw. dessen Innenaufnahmen.

Wenn es sicher auch keinen Zusammenhang gibt, möchte ich hier noch einen interessanten Link zum Thema künstlerischer Auseinandersetzung mit den Mondlandungen einfügen: Tom Sachs - Apollo LEM. Dieses "Space Program" ist übrigens auch von 2007 und im Gegensatz zum NASA LEM verfügt es über eine Bordbar und WC.


Zuerst die Apollo-Bilder

So. Nun aber vom WC zum Beweisfoto. Ich komme gern vom Thema ab. In den nächsten Abschnitten möchte ich nun (endlich) die Apollo-Bilder mit Aufnahmen neueren Datums vergleichen. Zuerst serviere ich Ihnen das “Beweismaterial“ und später Bananen.

Apollo 15

Als Beweis für die existentz des Raumschiffes wurde und wird als Referenz oft das Bild AS15-P-9625 von der Website des US-amerikanischen "Lunar and Planetary Institute" angegeben. Was man darauf sehen kann, hängt davon, ab was man darauf sehen möchte. Manche, zu denen ich auch gehöre, sehen die Nase eines Körpers, der an das Spaceshuttle oder ein Flugzeug erinnert, andere sehen darauf eine Banane, mancher gar nichts. Ich habe dies experimentell mit mehreren "Versuchspersonen" getestet.

Da die Ausbreitung von Licht durch das Fehlen einer Atmosphäre anders als auf der Erde erfolgt, kann man nur sehr schwer deuten, welche Formen sich hinter den Graustufen der Apollobilder verbergen, bzw. was hoch und was tief gelegen ist. Eigentlich kann man nur sagen, was hell ist, wird von der Sonne beleuchtet und was dunkel ist, liegt im Schatten. Ich weiß, das ist vollkommen normal. Dazwischen gibt es nur Licht, das von Oberflächen auf andere Objekte reflektiert wird. Da die Mondoberfläche sehr dunkel ist, wird nicht viel reflektiert. Es gibt kein Streulicht wie auf der Erde. Außerdem ist der Kontrastumfang eines Filmes und der eines Scanners um die Aufnahmen zu digitalisieren begrenzt. Was ich damit sagen möchte, ist das man nicht genau deuten kann, was man auf den Bildern sieht. Es fehlt die Erfahrung. Damals dachte ich zuerst an ein Spiel von Licht und Schatten, ähnlich der Story um das Marsgesicht. Es hängt auch davon ab, in welcher Orientierung man die Bilder sieht.

Raumschiff, Schatten oder...
Ausschnitt Originalbild AS15-P-9625, Quelle: NASA, Lunar and Planetary Institute - Houston
url: http://www.lpi.usra.edu/resources/apollo/frame/?AS15-P-9625
Anmerkung: Norden liegt auf dem Foto rechts.

Ob Sie bei einer anderen Ausrichtung des Fotos noch etwas erkennen, können Sie hier testen:

Ausschnitte 90grad gedreht
Die Bilder sind Ausschnitte aus der originalen NASA-Datei AS15-P-9625, jeweils um 90° gedreht.

Die Erscheinung ist, wenn man Sie sehen möchte, auch auf etlichen anderen der alten Apollo-15-Aufnahmen zu erkennen z.B.:

  1. AS15-M-1040
  2. AS15-M-1333
  3. AS15-M-1579
  4. AS15-M-1720

Die vorherigen und nachfolgenden Aufnahmen überlappen sich jeweils z.B. …1720, …1721 oder auch AS15-P-9625 ... AS15-P-9630 usw. Einfach im Apollo Image Atlas die Zahlen am Ende der URL ändern.

Was auf den Bildern auffällt ist, dass das vermeidliche Raumschiff im Verhältnis zum Auswurfmaterial des größeren jüngeren Kraters (siehe Bild oben) relativ unscharf ist. Dies deutet für mich eher auf etwas mit einer "weichen" Oberfläche hin. Zum anderen ist die gesamte Mondoberfläche von diversen größeren und kleineren Gesteinsbrocken übersäht und deshalb eher als "rauh" zu bezeichnen. Einen technischen Körper mit einer aerodynamischen Form stelle ich mir eher mit einer glatten Oberfläche vor.

Im Apollo Image-Atlas ist in den Serienbildern oft ein "Stereo Pair" angegeben. Zur der oben abgebildeten Datei AS15-P-9625 ist die Datei AS15-P-9630 als zugehöriges Stereobild verlinkt. Hierdurch bin ich auf die Idee gekommen, aus den Bildern eine Anaglyphe zu basteln. Diese kann man mit einer speziellen Software oder mit einem Bildbearbeitungsprogramm in den man die RGB-Kanäle trennen kann erstellen. Außerdem benötigt man noch eine 3D-Brille. Damit meine ich nicht so ein Shutter-Ding, sondern eine mit Rot/Grün oder Rot/Cyan farbigen Folien.

Die Bewegungsrichtung des Command-Service-Module (CSM) war von West nach Ost. Damit ist meiner Meinung nach das Bild AS15-P-9625 für das linke Auge und AS15-P-9630 für das rechte. Die Bilder wurden zur Montage um 90° nach links gedreht und dann hinterher wieder zurück, da das Bild eigentlich senkrecht ausgerichtet sein müsste.

Mondraumschiff Anaglyph 3D rot/cyan
Von mir aus den Bildern AS15-P-9625 und AS15-P-9630 (Ausschnitte) erstellte Anaglyphe
Bildgröße, Helligkeit, Schärfe und der Kontrast wurden nicht verändert. Größe 100%. Nach Klick mit Vergrößerung um 200%.
Bitte neigen Sie zur Betrachtung des Bildes Ihren Kopf um exakt 90° nach Steuerbord.
stereo-pair as15-p-9625 und as15-p-9630
Die Ausgangsbilder zum Erstellen der 3D- Anaglyphe: AS15-P-9625 und AS15-P9630.
Quelle: Apollo Image Atlas - USRA

Da die Aufnahmen allen Anscheins nach annähernd senkrecht über der Mondoberfläche erstellt wurden und das Verhältnis zwischen Kratertiefe und dem Abstand zwischen Oberfläche und Kamera sehr groß ist, entsteht kein nennenswerter 3D-Effekt. Bei den Kratern kann man nun allerdings erkennen das der Boden tiefer als die Umgebung ist. Also benötige ich eine eher perspektivische Aufnahme. Diese fand ich dann in den Daten von Apollo 17.


Apollo 17

Naja, etwas perspektivisch ist es. Hier muss aber der Orbit höher gewesen sein, da die Krater bei gleicher Brennweite der Kamera leider kleiner erscheint als bei den Apollo-15-Aufnahnen. Bei den Bildern der Mission Nr. 17 ist auch kein Stereo-Paar angegeben.

Raumschiff, Schatten oder...
Ausschnitt Originalbild AS17-P-2806, Quelle: NASA, Lunar and Planetary Institute - Houston
url: http://www.lpi.usra.edu/resources/apollo/frame/?AS17-P-2806
Anmerkung: Norden liegt auf dem Foto rechts unten. Bildgröße 100% .

Leider bekommt man ohne die Bilder zu verzerren kein 3D-Bild gebastelt, da der Winkel der Kameraausrichtung zu variieren scheint. Die Bildserie mit der bewussten Mondregion erstreckt sich vom Bild 2797 bis 2808.


Info zu den Aufnahmen im Apollo-Image-Atlas

Bei den Bildern handelt es sich nicht um Aufnahmen einer Digitalkamera, sondern um Scans von Schwarz-Weiß-Filmmaterial. Die Filme wurden mit einer Zeilenkamera in niedriger Auflösung digitalisiert und sollen nicht zur wissenschaftlichen Forschung, sondern zur Orientierung und Übersicht dienen. So steht es auf der auf der Website des Lunar and Planetary Institute. Also muss es die Bilder auch noch in höherer Auflösung geben, nur wo?

Zu den Kameras und der Aufnahmetechnik findet man auf den Seiten der NASA viele Details:

  • Bilder mit "M" im Namen (Frame-Nummer) stammen
    von der Metric-Camera oder Mapping-Camera,
  • mit "P" von der Panoramic-Camera und
  • ein "H" im Namen der Aufnahme bedeutet Hasselblad.

Apollo 15 Bilder in höherer Auflösung

Bei meiner Suche nach Apollo-Bildern in höherer Auflösung bin ich beim Apollo Image Archiv der Arizona State University fündig georden. Hier finden Sie das Filmmaterial wesentlich besser digitalisiert als auf der Website des Lunar and Planetary Institute. Wer möchte, kann sich die Bilder mit einer Dateigröße von über 6 GB herunterladen.

as15-p-9625 in hoher Auflösung
Screenshot von: http://wms.lroc.asu.edu/apollo/view?image_name=AS15-P-9625
Apollo Image Archiv - Arizona State University

Wenn man weiter in das Bild hereinzoomt, was ohne weiteres möglich ist, kann man sogar die Fußspuren von Herrn Rutledge (Schuhgröße 42, ähm... 10 in den USA) erkennen.

Sie können im Archiv der Arizona State University auch alle anderen im Text erwähnten Apollo-Bilder finden:

  1. AS15-M-1040
  2. AS15-M-1333
  3. AS15-M-1579
  4. AS15-M-1720

Neue Bilder vom Mond

Mein Ziel war es im Internet (wo auch sonst) nach neuerem Bildmaterial zu suchen, dass die Mondregion mit dem "Raumschiff" höher aufgelöst darstellt. Nach Beendigung des amerikanischen Apollo- und des sowjetischen Luna-Programms war es lange Zeit relativ Still in Sachen raumfahrttechnischer Monderkundung. Seid der Veröffentlichung der Videos im Jahr 2007 gab es wieder zahlreiche Missionen zum Mond bei denen auch die Oberfläche neu Kartografiert wurde. Unter anderen erforschten folgende Raumsonden mit Orbitern den Mond:

  • Kaguya, September 2007, Japan
  • Chang’e-1, Oktober 2007, China
  • Chandrayaan-1, Oktober 2008, Indien
  • Lunar Reconnaissance Orbiter, Juni 2009, USA
  • Chang’e-2, Oktober 2010, China
Quelle: Wikipedia, Chronologie der Mondmissionen

Mondsonden nach dem Jahr 2007 habe ich gewählt, damit die Bilder nach dem Veröffentlichungsdatum der Videos liegen. Ein anderer Zusammenhang ist bitte auszuschließen.

Auffinden der Stelle des Interesses, bzw. "der Absturzstelle"

Um in den Daten der verschiedenen Kartensysteme nachzuschauen benötigt man die Koordinaten oder man orientiert sich an den Kratern.

Koordinaten:

  1. geographische Breite bzw. Latitude (Süd, mit Minus als Vorzeichen) -18.911
  2. geographische Länge bzw. Longitude, (Ost) 117.391
Google-Moon:

KMZ-Datei für Google-Earth, ähm… Moon. Nur zur Orientieurng. Hochauflösendes Material finden Sie zur Zeit dort nicht (Stand August 2015).

Orientierung an Kratern:

Am markantesten auf der erdabgewandten Seite des Mondes ist der Tsiolkovsky-Krater. Dieser große Krater auf der südlichen Halbkugel hat einen auffallenden sehr dunklen Kraterboden und ein gewaltiges Zentralmassiv (Berg in der Mitte). Er überlappt sich mit dem noch größeren sehr alten Fermi-Krater, der nicht ganz so gut zu erkennen ist. Links (also westlich) vom Fermi-Krater findet man dann die beiden namenlosen Krater aus den Apollo-Aufnahmen wieder. Ein Stück darunter liegt der Krater Izsak.

Auffinden der Position anhand der Mondkrater
Screenshot: Moon Quickmap der Arizona State University mit Kraternamen (Nomenklatur).
Zum Vergrößern… Sie wissen schon… und das kleine rote Viereck ist es.

Kaguya - Selene

Die Sonde Kaguya oder auch Selene genannt, wurde im Jahr 2007 von der japanischen Raumfahrtagentur JAXA, mit dem Ziel Daten über die Geologie, Topografie und das Schwerefeld des Mondes zu sammeln, gestartet. Aus den übermittelten Fotos und Radardaten wurde eine dreidimensionale Mondkarte geschaffen.

Die Software zur 3D-Mondkarte ist kostenlos und es bedarf keiner Anmeldung. Leider ist Nutzung nicht ganz unkompliziert. Das KAGUYA 3D GIS basiert auf Java. Es benötigt einen schnellen Rechner, eine gute Internetanbindung und diverse Extrasoftware. Bis der erste Mondkrater auf dem Monitor zu sehen war, vergingen mehr als 3 Stunden. Die Bastelei hat sich dennoch gelohnt, da man, wenn alles läuft, virtuell über die Mondoberfläche fliegen kann. Die Auflösung der Bilder beträgt bis zu 10m/Pixel. Über die Orientierung am Tsiolkovsky-Krater ist die bewusste Region schnell gefunden. Das Ergebnis können Sie auf den folgenden Bildern betrachten.

Die Region mit dem Apollo 20-Raumschiff im Kaguya 3D-GIS
Screenshots der betreffenden Mondregion aus dem Kaguya 3D GIS.
Quelle: http://wms.selene.darts.isas.jaxa.jp/3dmoon_e
(c) JAXA/SELENE
3D-Ansicht mit Höhenprofil.
In diesem Screenshot sind die Krater perspektivisch zu sehen.
Der betreffende Bereich befindet sich innerhalb des roten Vierecks.
(c) JAXA/SELENE

Hier zur Ergänzung noch ein Schnitt durch das Höhenprofil der Bodenwelle.
Allen Anschein nach wurde das Raumschiff von Altmetall sammelnden Aliens gestohlen.
Es gibt doch Recycling im Universum. Ich habe mich also geirrt.


Chandrayaan-1

Indiens erste Mondsonde trug den Namen Chandrayaan = Mondfahrzeug. Neben der für mich interessanten Kamera waren noch viele andere Instrumente mit an Bord. Die Sonde wurde im Oktober 2008 gestartet. Im August 2009 ging der Kontakt verloren.

Anlaufstelle für Daten dieser Sonde ist das Long Term Archive der indischen Raumfahrtbehörde. Zum einen gibt es die Möglichkeit über die Suchfunktion gezielt Daten der verschiedenen Instrumente anzufordern. Dies erfordert allerdings etwas Hintergrundwissen und spezielle Software um mit dem Material etwas anfangen zu können. Ich verfüge ich über beides nicht. Zum anderen gibt es unter dem Navigationspunkt “Globe View“ eine virtuelle Mondkarte. Diese basiert wie das Jaxa Kaguya 3D-GIS auf Java und NASA Worldwind. Im Gensatz zur Kaguya-Mondkarte funktionierte gar nichts. Bis ich auf der Seite diesen Satz entdeckte "This site is best viewed with 1024 by 768 pixels and IE6". Yeah it's crazy! Ein Blick in den Quellcode der Seite offenbarte gefühlte tausend Fehler. Die Seite läuft auch ohne 6. Internetexplorer, die Java-Applikation aber leider nur mit Java in Version 6.

Chandrayaan-1 Long Term Archive, Globe View
Screenshot Chandrayaan-1 Long Term Archive, ISRO Science Data Archive.
Leider ist die gesuchte Stelle auch bei den anderen TMC's nicht dabei oder ich habe nichts gefunden.

Nach dem "Globe View" endlich lief, stellte ich fest, dass das Instrument TCM, was für Terrain Mapping Camera steht, dem Mond nicht vollständig kartiert hat. Die interessante Region, zu der auch die Suchfunktion keine Ergebnisse lieferte, wurde nicht erfasst.

Ob dieser Bereich von anderen Instrumenten untersucht wurde, habe ich nicht ausprobiert.


Lunar Reconnaissance Orbiter - LRO

Die NASA "Mond-Aufklärungssonde" wurde im Juni 2009 gestartet. Hauptziel der Mission war unter anderem die hochauflösende Kartierung der Mondoberfläche. Die Auflösung der Bilder LROC (Kamera) beträgt bis zu 0,5m/Pixel. Mit den LRO Daten wurde mehrere frei zugängliche Mondatlanten bzw. Datenbanken erstellt. Am besten hat mit die Quickmap der Arizona State University gefallen. Url: http://target.lroc.asu.edu/q3/

Über das Layermenü der Quickmap hat man unzählige Einstellmöglichkeiten. Es lässt sich z.B. die Art der Kartenprojektion einstellen, man kann zwischen Aufnahmen mit verschieden Sonnenstand auswählen und die Transparenz der Layer über Schieberegler verstellen.

Hier die "vertraute" Ansicht mit starkem Satten:

Aufnahme mit Schatten
Links zur Quickmap mit meinen Einstellungen: Short Link | sehr langer Link als Textdatei

und nun ohne starke Schatten und etwas näher:

Aufnahme mit wenig Schatten
Links zur Quickmap mit meinen Einstellungen: Short Link | sehr langer Link als Textdatei

Chang’e-2

Chang’e-2 war, wie an der Nummerierung zu erkennen ist, die zweite chinesische Mondsonde. Sie umkreiste den Mond vom Oktober 2009 bis zum August 2010, um danach zum Asteroiden Toutatis aufzubrechen. Die Mission diente auch als Vorbereitung für den Lander mit der Nummer 3. Wie zur erwarten, wurde auch eine digitale Mond-Karte erstellt.

Das Problem ist nicht, dass es keine zugänglichen Daten gibt, sondern diese zu finden. Die große freundliche Suchmaschine war dabei keine Hilfe. Die andere große Suchmaschine aus dem Reich der Mitte war wesentlich hilfreicher.

Daten der chinesischen Mondmissionen findet man auf der Seite des National Astronomical Observatories der Chinese Academy of Sciences, abgekürzt NAOC oder auf den Seiten des Sience and Application Center for Moon and Deepspace Exploration. Zu finden unter moon.bao.ac.cn

Hier findet man Daten der betreffenden Mondregion von beiden chinesischen Mondsateliten:

  1. Chang’e-1 (dort Datei I017.rar)
  2. Chang’e-2 (dort Datei I017 bzw. CE2_BMYK_CCD_DIM_I017_050.zip)
Auschnitt Chang-e 2 PSD-File
Das Bild ist ein Ausschnitt der PDS-Datei des Datensatzes CE2_BMYK_CCD_DIM_I017_050.
Zum Betrachten und Konvertieren der Dateien kann der NASA – PDS- Viewer "NASAView" verwendet werden.
Die Auflösung beträgt 50m/pixel. Bildgröße 100%.

Falls dieses Bild nicht ausreichend sein sollte, hier noch eine Vergrößerung des Ausschnitts auf 200 % skaliert und der Vollständigkeit halber hier noch ein Ausschnitt eines Fotos der Sonde Chang’e-1.


Fazit

Zum Schluss möchte ich noch verraten, warum ich dies hier gemacht habe. Zum einen Teil aus Neugier, zum anderen, weil ich mich sehr geärgert habe. Ich habe mich geärgert über viele Artikel, Forenbeiträge und Kommentare, die im Internet herumgeistern. Erstellt von Menschen, die derartig großen Unsinn glauben und über die, die vom Unsinn wissen und den Gläubigen das Absurde noch mit dazugedichteten Details ausschmücken.

Das Apollo-Programm mit den Mondlandungen lag für mich genauso fern wie Zeppeline am Himmel. Durch das Recherchieren zum Thema ist mir bewusst geworden welch gewaltige Leistung dahintersteckt (fast hätte ich unglaubliche geschrieben). Schade ist nur, dass Es als Wettstreit gegen die Sowjetunion betrieben wurde. Zusammen hätte man vielleicht nicht nur zum Mond fliegen können. Ich verstehe nicht, dass es immer noch Menschen gibt, die trotz einer überwältigenden Flut an Daten (die öffentlich zugänglich sind) dass größte Abenteuer der Menschheit (vertreten durch die USA) leugnen. Die Apollo 20 Story macht das Gegenteil, es werden zusätzliche Missionen hinzugedichtet. Die Welt der Verschwörungstheorien ist erstaunlich vielschichtig.

Um zu Apollo 20 in der Rutledge-Fassung zurückzukehren, kann man fast selbst feststellen, was an dieser Stelle auf dem Mond liegt. Leute, die behaupten, dass Daten manipuliert wurden, können gern die Krater auf den Bildern der verschiedenen Missionen vergleichen.

Anmerkung:
Das Bild AS20-1020 enthält dafür Details, die zusätzlich in die Mondoberfläche "eingegipst" wurden.
Vergleich der Bilddaten verschiedener Orbiter

Was vom Raumschiff übrig bleibt, ist eine Art große Bodenwelle oder Tal. Die Raumschiffkontur im "Beweisfoto" ist das Produkt einer Kontrastverstärkung bei niedriger Auflösung. Schade eigentlich. Trotzdem ist die Story ganz nach meinem Geschmack. Es wird ein spannendes Science-Fiction-Abenteuer erzählt und auf die sonst bei Verschwörungstheorien obligatorischen Todesfälle ist zum Glück verzichtet wurden.
kein Raumschiff
Und vielen Dank an die Mond-Bananen sehenden Testpersonen!

Weitere Links zu interessanten Seiten und Seiten mit Originalmaterial
finden Sie in einer:




PS. Der WAF für dieses Projekt liegt übrigens hart im negativen Bereich.


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